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Jul 24, 2009

Wir nannten es Arbeit XXI

Und: In Englisch!

Then: I'm crawling through Excel-files, eating my way past tables, numbers, borders of reaction-descriptions in Word, from temperatures and pressures, from volume and solvents and cooling-baths to colours, oils, smells, scales. I'm preparing my report of this internship, summarizing up the work, expressing in detail the data, drawing reactions, redoing tables, covering up errors. (BASF/Mannheim/April09)

Now: I’m feeling a little lost between the data this time, at the very same place in the work-landscape, but in another environment, office, lab. Somehow, with all efforts taken, three months is just a little short for an extensive paper with cool theory, experiments, conclusions. Nevertheless, even then the results seem a little thin and I feel a little lost between them, eyeing the spectra and graphs and publications whether there is something I missed, or some error to account for. There is none. Gladly I don’t have to write an article about my life or company-life during the internship, the connections with people I met, all the fun, and all the thinking. (Bayer-Schering/Berlin/July09)

Jun 27, 2009

the happening world

Anstatt zum Amusement ins Olympiastadion zu fahren, könnte man einfach in diese Tropical-Islands-Vergnügungshalle im alten Cargolifter-Werk tuckern, oder zum Beispiel zur Fusion. So lange ungefähr dauert nämlich die Reise in den äusseren Westen der Stadt, dorthin, wo Stelen und arische Sportlermonumente Zeugnis ablegen von der architektonischen Geschichte Berlins. Für die Fusion war das Wetter etwas bescheiden, und so fuhr ich natürlich trotz der Fahrzeit zum Sommerfest, denn ich wollte mir die Sause nicht entgehen lassen. Es war dann auch ein prächtiger Anblick, den das Catering- und Event-Team und Bayer-Schering angerichtet hatte. Wir wurden über das Marathon-Tor ins Stadion hineingeleitet, so dass sich das hellerleuchtete Rund vor uns ausbreitete wie eine offene Auster. Oben auf der Treppe nahm ich erstmal einen Sekt, und am Fuss von ihr gleich noch einen. Für das leibliche Wohl sorgten unzählige Grillstände, Salat-, Hauptgang- und Dessertbuffets sowie Getränkebons, die man uns am Eingang verschwörerisch zusteckte. Auf den Tanzflächen des VIP-Forums wurde dann gegen zwölf auch schon mehr oder weniger enthemmt getanzt. Nach zwei, drei Weissweinen, einigen Bieren, einem Cosmo an der Merengue-Bar, guten Gesprächen mit meinen Arbeitskollegen und einem Lichtspektakel in der Arena verliess ich dann aber die Sportstätte, um mich dem freitäglichen Treiben in Prenzlauer Berg zu widmen. Natürlich wäre es toll gewesen, eine Frau aus der mittleren Führungsebene vom Marketing kennenzulernen.


Am nächsten Morgen ist es immer noch dieses unentschlossene Wetter, ich setze mich in mein Café und esse – noch etwas zittrig von der Nacht und dem Hunger nach Frühstück, die Beine müde vom Laufen, Treppensteigen, Trinken – das beste Müsli des ganzen Viertels. Michael Jackson ist auf dem Titelbild der Zeitung, er wird auch im Feuilleton hervorragend diskutiert. Ich skippe bis «Give in to me» und erinnere mich an die Booklets, die mit ihren enggedruckten Liedtexten wie kleine Fibeln der Musik und des ewigen Suchens nach einem perfekten künstlerischen Ausdrucks wirkten.

Jun 23, 2009

Wir nannten es Arbeit XX

Während auf der Arbeitsfläche hinter mir die Zentrifuge schnurrt, lese ich das Reiseblatt von letzter Woche und betreibe zwischen den Abschnitten etwas Kopfrechnen. Soeben ist der assay fertig geworden, der nun vermessen werden muss. Eine brauchbare Grössenanalyse der in der Lösung enthaltenen Partikel dauert 10 Sekunden, und 10 Messungen hintereinander sorgen dafür, dass etwaige Streuungen ausgemittelt werden. Mein heutiger assay ist stolze 50 Proben stark, danach oder währenddessen wird noch der Zentrifugen-Inhalt aufgearbeitet. Die Proben im Analysegerät werden von Hand gewechselt, das ist der Grund, warum ich zeitungslesend danebensitze. Es ist einfach nicht sinnvoll, alle 100 Sekunden aus meinem Labor nebenan herüberzustürzen. Noch 20 Proben; ich werde noch 33 Minuten hier sitzen und kleine Plastikröhrchen hin- und herstellen, denke ich zwischen dem Bericht über einen «Glücksurlaub» an der türkischen Ägäis und einer Spurensuche in Maigrets Paris. Es piept, ich wechsle die Proben und schaue aus dem Fenster. Das Berliner Panorama präsentiert sich dunstig, aber freundlich. Die Nachmittage hier sind wechselhafte Gesellen, ich werde mich noch an den zornigen Wind und die tiefe Sonne gewöhnen müssen. Es folgt eine Beschreibung des Seine-Ufers in Simenons Romanen, von Hafenarbeitern, Schlachtern und Damen, die auf den Bänken in den Parks auf Kundschaft warten. Das Intervalllesen ist eine klasse Beschäftigung, gerade, wenn sich zuhause aus Urlaubsgründen ungelesene Feuilletons und Reiseblätter stapeln. Entzückt blättere ich um.

Jun 6, 2009

Fast berlin IX



Besucher-Plattform Berlin-Nordwest. Oder einfach: Aussicht von meinem Labor aus. Im Vordergrund baut der BND. Nicht auf dem Bild: Siegessäule (weiter rechts).

May 11, 2009

Wir nannten es Arbeit XIX

Zuletzt, als in der BASF schon von Kurzarbeit in der Forschung gemunkelt wurde, war mir dann doch etwas mulmig zumute. Ich würde der letzte Praktikant für eine lange Zeit gewesen sein. Ein Glück, dass ich nun mein Auskommen in der Pharmabranche gefunden habe, und zwar bei Schering in Berlin. Zynische Leute behaupten, in Krisenzeiten stiege der Lippenstift-Absatz exponentiell. Aber auch, wenn er bloss linear stiege, der Trend ist richtig: Bei Nahrung und Medizin sparen die Leute zuletzt. Und so habe ich das Glück, bequem gleich in der Grossstadt arbeiten zu können. In der Firma ist es hier familiärer und die Mitarbeiter jünger und erfrischender. Es ist sehr komfortabel. Ich kann mit dem Fahrrad, ohne abzusteigen, durch das Firmentor und direkt bis fast vor den Aufzug fahren, der mch in den achten Stock des 70er Jahre Hochhauses bringt, von wo ich eine super Aussicht über die Stadt habe. Ein eigenes Labor ganz für mich alleine, eigenes Telefon und Rechner, kleine Abzugshaube und etwas Analytik-Geräte und die besondere Umgebung in einem Arbeitsumfeld mit ausgezeichneter Frauenquote.