Das eiskalte Wasser trifft mich wie ein Faustschlag und aktiviert die Bereiche des Gehirns, die ganz hinten liegen. Noch vor einigen Stunden wollte ich die Sveta Sava anschauen gehen, bis mir auf dem Weg eingefallen ist, dass die ja in Belgrad steht, ich aber auf meinem Fahrrad in Berlin sitze. Die Desorientierung hat abgenommen in den letzten Tagen, aber gewisse Bremseffekte bleiben eben. Der Alkohol hier macht nicht wirklich betrunken, nicht so wie das Bier aus Sarajevo, das wir uns im Transit-Zug in 2.5L-Portionen genehmigten. Das Geplauder auf Parties hat nicht diese drängende Wichtigkeit, diese existentielle Note, die wir in Belgrad fanden. Wenn man aus dem Osten in den Westen kommt, wird alles etwas schaler und eindimensionaler, und man fragt sich, wie die Menschen hier mit dem ganzen Sinnverlust überhaupt umgehen.
Erkennt das Gehirn die Zustände vor den eigenen Augen nicht wieder, erfindet es eben Sachen dazu. Nur unter dem eiskalten Wasser, mithilfe seiner hinteren Bereiche, wusste ich wieder, wo ich war: unter einer kalten Dusche an der Schönhauser Allee.
Oct 30, 2009
Oct 29, 2009
Fast Sarajevo XXXIII
Der Legende nach fürchtete der osmanische Erbauer Mimar Hajrudin (Schüler des Architekten Mimar Sinan) einen Einsturz der waghalsig konstruierten Stari Most sosehr, dass er ihre Fertigstellung aus sicherer Entfernung überwachte, da er angeblich bei einem Kollaps seines Prachtwerks einen Kopf kürzer hätte gemacht werden sollen. Ein Bote überbrachte ihm die Nachricht, dass die Brücke hielt. Woraufhin er allerdings in Richtung Türkei ritt, schwer erkrankte auf der Reise und später starb.
Die Brücke war im Bosnien-Krieg ein beliebtes Ziel. Im November 1993 schliesslich zerstörte ein direkter Treffer aus den Reihen der kroatischen Armee das schöne Bauwerk. Um den Einsturz selbst ranken sich Verschwörungstheorien. Bill Clinton konnte der Wiedererrichtung der Brücke im Jahre 2004 beiwohnen. Die Neukonstruktion, die identisch zur alten Form war, symbolisierte den Aufbau des geschundenen Landes und verband gleichzeitig die beiden ehemaligen Kriegsparteien miteinander - die Kroaten, die vornemlich auf dem linken Ufer siedeln, und die Bosniaken, die rechts wohnen.
Die Brücke war im Bosnien-Krieg ein beliebtes Ziel. Im November 1993 schliesslich zerstörte ein direkter Treffer aus den Reihen der kroatischen Armee das schöne Bauwerk. Um den Einsturz selbst ranken sich Verschwörungstheorien. Bill Clinton konnte der Wiedererrichtung der Brücke im Jahre 2004 beiwohnen. Die Neukonstruktion, die identisch zur alten Form war, symbolisierte den Aufbau des geschundenen Landes und verband gleichzeitig die beiden ehemaligen Kriegsparteien miteinander - die Kroaten, die vornemlich auf dem linken Ufer siedeln, und die Bosniaken, die rechts wohnen.
Oct 28, 2009
Fast Sarajevo XXXII
Mostar - 17.09.
Als wir, von Dubrovnik kommend, das Tal der Neretva gen Norden fuhren, sahen wir Regenwolken, die schwerer waren noch als jene an der Küste. Über Mostar tobte ein Gewitter, die Strassen waren knöchelhohe Planschbecken, das Ampelsystem hatte nach elektrischer Überladung den Geist aufgegeben und blinkte in verständnislosem Orange. Einige alte YUGO-Fabrikate standen ausser Gefecht gesetzt auf den Strassen herum. Selim lekte seinen neuen Fiat zielsicher durch das Chaos mit einer Extrarunde über den Fluss, so dass ich von einer Nachbarbrücke aus die Stari Most sehen konnte - das Wahrzeichen von Mostar und Hercegowina überhaupt. Most-ar: Brücken-Hüterin. Die Stadt ist in das Tal entlang der Neretva gezwängt, an deren steilen Ufern sich unzählige Cafés und Restaurants vor und hinter der Stari Most drängen. Die meisten sind nach den sintflutartigen Regenfällen geschlossen, als ich nachts die Gassen des alten osmanischen Viertels erkunde.
Dubrovnik: Einziger Ort in (okay: vor) der Stadt ohne Touristen.
Bei jeder Grosswetterlage schön anzusehen: Most-ar.
Als wir, von Dubrovnik kommend, das Tal der Neretva gen Norden fuhren, sahen wir Regenwolken, die schwerer waren noch als jene an der Küste. Über Mostar tobte ein Gewitter, die Strassen waren knöchelhohe Planschbecken, das Ampelsystem hatte nach elektrischer Überladung den Geist aufgegeben und blinkte in verständnislosem Orange. Einige alte YUGO-Fabrikate standen ausser Gefecht gesetzt auf den Strassen herum. Selim lekte seinen neuen Fiat zielsicher durch das Chaos mit einer Extrarunde über den Fluss, so dass ich von einer Nachbarbrücke aus die Stari Most sehen konnte - das Wahrzeichen von Mostar und Hercegowina überhaupt. Most-ar: Brücken-Hüterin. Die Stadt ist in das Tal entlang der Neretva gezwängt, an deren steilen Ufern sich unzählige Cafés und Restaurants vor und hinter der Stari Most drängen. Die meisten sind nach den sintflutartigen Regenfällen geschlossen, als ich nachts die Gassen des alten osmanischen Viertels erkunde.
Dubrovnik: Einziger Ort in (okay: vor) der Stadt ohne Touristen.
Bei jeder Grosswetterlage schön anzusehen: Most-ar.
Oct 26, 2009
1 Gedicht/Nacht
Prosa diesmal:
«In meinen Träumen seh ich eine Stadt zum Leben. Wo die Häuser Frisuren tragen aus rostigen Antennen. Wo Eulen in geborstenen Dachstühlen wohnen. Wo laute Musik, Rauchskulpturen und das satte Klicken von Billardkugeln aus den oberen Stockwerken maroder Industrieanlagen dringen. Wo jede Laterne aussieht, als beleuchte sie einen Gefängnishof. Wo man Fahrräder zum Abstellen ins Gebüsch drückt und Wein aus schmutzigen Gläsern trinkt. Wo alle jungen Mädchen die gleiche Jeansjacke tragen und ständig Hand in Hand gehen, als hätten sie Angst. Angst vor den anderen. Vor der Stadt. Vor dem Leben. Dort laufe ich barfuss durch Baustellen und sehe zu, wie mir der Matsch durch die Zehen quillt.»
Juli Zeh - Corpus Delicti
«In meinen Träumen seh ich eine Stadt zum Leben. Wo die Häuser Frisuren tragen aus rostigen Antennen. Wo Eulen in geborstenen Dachstühlen wohnen. Wo laute Musik, Rauchskulpturen und das satte Klicken von Billardkugeln aus den oberen Stockwerken maroder Industrieanlagen dringen. Wo jede Laterne aussieht, als beleuchte sie einen Gefängnishof. Wo man Fahrräder zum Abstellen ins Gebüsch drückt und Wein aus schmutzigen Gläsern trinkt. Wo alle jungen Mädchen die gleiche Jeansjacke tragen und ständig Hand in Hand gehen, als hätten sie Angst. Angst vor den anderen. Vor der Stadt. Vor dem Leben. Dort laufe ich barfuss durch Baustellen und sehe zu, wie mir der Matsch durch die Zehen quillt.»
Juli Zeh - Corpus Delicti
Oct 25, 2009
Bewegte Bilder
Auf die Kritik, dass der Nachrichten- und Echtzeit-Stil nicht über den gesamten Film aufrecht erhalten wurde, kann ich nur mit Kopfschütteln antworten. Wie Fernseh- und Youtube-geschädigt sind denn die Kritiker, wenn sie allen Ernstes 112 Minuten fordern, in denen sich Interview-Einblendungen, Überwachungsvideo und Live-Handkamera abwechseln? Ich empfand es als beruhigend für das Erzähltempo, dass diese Techniken nicht im Übermass eingesetzt wurden. Dem Anfang des Films schadet es vielleicht, weil er etwas langatmig gerät, umso mehr profitiert der Mittelteil davon, der schockiert.
Schon eine halbe Ewigkeit ist es her, dass «District 9», von unkonventionellen Werbemethoden flankiert, in die Kinos kam - electronicdreams gibt nichtsdestotrotz noch über einen Monat später eine uneingeschränkte Anschauempfehlung. Grandioser Hauptdarsteller, politischer Bezug, ungeschminkte Actionszenen und Spannung.
Spielzeiten Berlin
Webseite mit Trailer
«District 9» von Peter Jackson.
Schon eine halbe Ewigkeit ist es her, dass «District 9», von unkonventionellen Werbemethoden flankiert, in die Kinos kam - electronicdreams gibt nichtsdestotrotz noch über einen Monat später eine uneingeschränkte Anschauempfehlung. Grandioser Hauptdarsteller, politischer Bezug, ungeschminkte Actionszenen und Spannung.
Spielzeiten Berlin
Webseite mit Trailer
«District 9» von Peter Jackson.
the happening world
«Krise, welche Krise?» hallt es immer und immer wieder durch die Traumarchitektur in einer Samstagnacht, in der ich umherirre. Die Krise ist in der Traumwelt angekommen, aber sie hat hier keine wirtschaftlichen Indikatoren, durch die sie zum Ausdruck kommen könnte, es gibt keinen Export und keine Industrie, alle Produktion ist materielos und die Seile und Ketten, die die Traumwelt an der richtigen Welt festmachen, sind Einbildungen. Die Zeiger der Traumzeit sind Büschel aus Trollhaaren, die sich in den Traumuhren drehen, vorbei an Ziffern, welche ihren Wert von Stunde zu Stunde ändern. Nein, es gibt keine Krise. «Ja, welche Krise?», frage nun auch ich, als ich mir der Sinnlosigkeit dieses Wortes bewusst werde, ich versuche mir vorzustellen, wie ein ganzes Heer aus Traumkämpfern dieses Refugium gegen die Widrigkeiten einer realen Welt verteidigt, und ich reihe mich ein. «Deine persönliche Krise!» kommt aber schon die Antwort, sie hallt fortan durch alle Gänge, in allen Räumen und Hinterhöfen der Traumarchitektur.
In den Morgenstunden eines Sonntags mischt sich die Erinnerung an die Warnung langsam in das Gefüge der Realwelt, zwischen die Regentropfen und die Dielen am Boden. Langsam und behutsam dringt der Hinweis in diesen Raum ein, legt sich auf die hölzernen Tatsachen (die Exporte stabilisieren sich) wie der Kaffee, der durch den Milchschaum fliesst und auf der Milchschicht am Boden des Glases zu Liegen kommt. Die persönliche Krise ist butterweich eingepackt zwischen warmer Sojamilch und dem Schaum darüber.
In den Morgenstunden eines Sonntags mischt sich die Erinnerung an die Warnung langsam in das Gefüge der Realwelt, zwischen die Regentropfen und die Dielen am Boden. Langsam und behutsam dringt der Hinweis in diesen Raum ein, legt sich auf die hölzernen Tatsachen (die Exporte stabilisieren sich) wie der Kaffee, der durch den Milchschaum fliesst und auf der Milchschicht am Boden des Glases zu Liegen kommt. Die persönliche Krise ist butterweich eingepackt zwischen warmer Sojamilch und dem Schaum darüber.
Oct 23, 2009
1 Gedicht/Nacht
Der Radwechsel
Ich sitze am Straßenhang.
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
mit Ungeduld?
Bertolt Brecht
Ich sitze am Straßenhang.
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
mit Ungeduld?
Bertolt Brecht
Oct 21, 2009
tracking with close-ups
Späte Bilderschau, Montenegro.
Auf den Taschentuch-grossen Plätzen von Kotor lässt sich nicht anständig fotographieren:
Die Bucht von Kotor - von Tivat aus besehen sieht sie zart aus, friedlich und undramatisch. Aber auch hier erreichten uns die plötzlichen Schauer und die Wolken, die weiter rechts (nach Kotor hin) noch weitaus wagnerianischer wirkten.
Schwarze Seen inmitten der dunklen Berge: Crno Jezero, ein kleiner Fussmarsch entfernt von Žabljak.
Regnet es, regnet es nicht? Ähnlich wie in Berlin murmelte ich oft «Das zieht vorbei» vor mich hin - "Regenklamotten" hatte ich ohnehin schon am Leib, und im Gebirge gab es vereinzelte Hütten, Sommerschlafstätten der Schäfer. Sicherer konnte ich vor dem Regen nicht mehr sein.
Ade, Welt! Letzter Blick zurück auf das «Häusermeer» von Žabljak, dann noch eine halbe Stunde Marsch den Berg hinauf, wo es schönere Ausblicke gibt - ohne Häuser, nur mit Grün und Schafen.
Kanjon Tare, Schmuckstück von Durmitors Norden und gleichzeitig so etwas wie seine obere Begrenzung. Hier ging ich nicht weiter - es waren 1300 Höhenmeter bis dort unten und vier Stunden bis nach Hause, wo ich vor der absoluten Dunkelheit sein wollte.
Durmitor - die dunklen Berge in ihrem Normalzustand.
Auf den Taschentuch-grossen Plätzen von Kotor lässt sich nicht anständig fotographieren:
Die Bucht von Kotor - von Tivat aus besehen sieht sie zart aus, friedlich und undramatisch. Aber auch hier erreichten uns die plötzlichen Schauer und die Wolken, die weiter rechts (nach Kotor hin) noch weitaus wagnerianischer wirkten.
Schwarze Seen inmitten der dunklen Berge: Crno Jezero, ein kleiner Fussmarsch entfernt von Žabljak.
Regnet es, regnet es nicht? Ähnlich wie in Berlin murmelte ich oft «Das zieht vorbei» vor mich hin - "Regenklamotten" hatte ich ohnehin schon am Leib, und im Gebirge gab es vereinzelte Hütten, Sommerschlafstätten der Schäfer. Sicherer konnte ich vor dem Regen nicht mehr sein.
Ade, Welt! Letzter Blick zurück auf das «Häusermeer» von Žabljak, dann noch eine halbe Stunde Marsch den Berg hinauf, wo es schönere Ausblicke gibt - ohne Häuser, nur mit Grün und Schafen.
Kanjon Tare, Schmuckstück von Durmitors Norden und gleichzeitig so etwas wie seine obere Begrenzung. Hier ging ich nicht weiter - es waren 1300 Höhenmeter bis dort unten und vier Stunden bis nach Hause, wo ich vor der absoluten Dunkelheit sein wollte.
Durmitor - die dunklen Berge in ihrem Normalzustand.
the happening world
Ist das schlechte Gewissen (oder das, was davon noch übrig ist) erst einmal überwunden, kauft es sich ganz ungeniert. Mein liebstes Bosnien-Buch ist irgendwie verschwunden, also wird es flugs nocheinmal bestellt. Wenn ich schon dabei bin, denke ich. Bei den historischen Romanen werde ich fündig. Auf dem Rückweg zur Kasse bleibt erst mein Auge, dann auch meine noch freie Hand an einem Exemplar von Zehs neuem Buch hängen. Wenn ich schonmal dabei bin, seufze ich, zahlen tu ich aber erst, wenn auch der Jergovic da ist, seit einiger Zeit empfinde ich das Geräusch, mit dem meine Karte durch dieses Lesegerät gezogen wird, als immer schlimmer, es ist schon etwas richtig Physisches geworden, ich schaudere dabei und fühle mich nicht mehr um den Betrag «erleichtert», sondern «gebracht». Nachdem ich gesellschaftlich wieder heruntergestuft wurde und nurmehr Student bin, lassen die Gefühlswirren des Prekariats nicht lange auf sich warten. Und inmitten dieser finanziellen Undefiniertheit kommen Bücherrechnungen wie ein fetter Kloss im Hals daher - eigentlich sollte ich das nicht machen, aber irgendwie brauch' ich diese Lektüre.
Wo doch im Buchladen sowenig Poetisches lauert, hier eine andere Auswahl.
«Once you been dancing with the devil
and now you're the devil yourself
and all of a sudden you will end up
like a book, in a shelf.»
-slut/600
«Es war September. Ein Falter hatte sich auf mein Augenlid gesetzt; er hatte sich in die Bewegung der Wimper verliebt. Zeitgleich mit dem Öffnen und Schliessen des Auges schlug er seine Flügel.
Ich komme nur ganz kurz hierher. Berge und Wolken, Vögel sind dort. Ich sehe sie nicht.
Meine Augen sind geschlossen, geschlossen.
Ich komme nur ganz kurz hierher. Es gibt keine Augenlider. Berge und Wolken, Vögel sind dort. Ich höre sie.
Ich bin an diesem Ort verloren.»
-Kracht/Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Wo doch im Buchladen sowenig Poetisches lauert, hier eine andere Auswahl.
«Once you been dancing with the devil
and now you're the devil yourself
and all of a sudden you will end up
like a book, in a shelf.»
-slut/600
«Es war September. Ein Falter hatte sich auf mein Augenlid gesetzt; er hatte sich in die Bewegung der Wimper verliebt. Zeitgleich mit dem Öffnen und Schliessen des Auges schlug er seine Flügel.
Ich komme nur ganz kurz hierher. Berge und Wolken, Vögel sind dort. Ich sehe sie nicht.
Meine Augen sind geschlossen, geschlossen.
Ich komme nur ganz kurz hierher. Es gibt keine Augenlider. Berge und Wolken, Vögel sind dort. Ich höre sie.
Ich bin an diesem Ort verloren.»
-Kracht/Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Oct 18, 2009
1 Gedicht/Nacht
Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rilke.
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rilke.
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